Was dahinter steckt und was sie kann

Viele von uns bringen Kälte nach wie vor mit krank werden in Verbindung. Nicht so der gebürtige Niederländer Wim Hof. Er hat eine Methode entwickelt, mit der er zahlreiche Weltrekorde hält, die in Zusammenhang mit extremen Temperaturen (vorwiegend Kälte) stehen und mit deren Hilfe sich angeblich das Immunsystem stärken und das autogene Nervensystem beeinflussen lässt. Doch was ist dran an der Lehre des „Iceman“ und kann die Wim Hof Methode tatsächlich zu unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden beitragen?

Über Wim Hof und seine Idee

Die Wim Hof Methode ist eine, mittlerweile wissenschaftlich anerkannte, Methode um Einfluss auf den eigenen Körper zu nehmen. Sie basiert auf 3 wesentlichen Pfeilern nämlich Atmung, Kälte und Meditation. Wim Hof selbst hat mit seiner Technik bereits 26 Weltrekorde aufgestellt, drunter den für das längste Eisbad (112 Minuten und 42 Sekunden), die Besteigung des Killimandscharo in Shorts und Turnschuhen, ein Marathon bei -20 Grad ebenfalls nur in leichter Sportbekleidung aber auch ein Marathon in der Wüste Namib, bei dem er während der gesamten Distanz kein Wasser trank. Laut dem Holländer eignet sich seine Methode um mit unterschiedlichsten Extrembedingungen zurechtzukommen und zwar unabhängig von Alter oder sportlichen Voraussetzungen. Doch was soll das alles bringen? Vermutlich verspüren die wenigsten von uns den Drang, zwei Stunden in einer Wanne voll Eis zu verbringen oder einen 6000 Meter hohen Berg in kurzen Hosen zu besteigen.

Und dennoch lohnt es sich, die Wim Hof Methode einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, denn ihre positiven Effekte treten nicht erst unter solchen Extrembedingungen ein, sondern können schon mit wenig Aufwand unsere körperliche und mentale Gesundheit bereichern.

Was bringt die Wim Hof Methode

Dass bewusstes Atmen, Meditation bzw. sanfte Bewegungen wie Yoga und Kältetherapie eine positive Auswirkung auf unsere Gesundheit haben, ist bereits seit langem bekannt. Wim Hof vereint diese drei Techniken in seiner Methode. Die Atemtechnik die er dabei anwendet, wurde bereits im 11. Jahrhundert von tibetischen Mönchen genutzt. „Tummo“ wie diese spezielle Atmung genannte wird, bedeutet so viel wie „inneres Feuer“ und wurde bereits damals im Zuge von Meditationen angewandt um die eigene Körpertemperatur zu erhöhen.

 Zu den gesundheitlichen Vorteilen der Wim Hof Methode zählen unter anderem:

  • Reduzierung von Entzündungen durch die Ausschüttung von Adrenalin
  • Stärkung des Immunsystems durch die Vermehrung von Leukozyten
  • Reduzierung von oxidativem Stress
  • Resilienz gegen Stress im Alltag
  • Verbesserung der Durchblutung
  • Anregung des vegetativen Nervensystems
  • Entspannung des Parasympathikus
  • Verbesserung der Regeneration
  • Steigerung der Kälteresistenz

Wie funktioniert die Wim Hof Methode

Wie bereits erwähnt, umfasst Wim Hof’s Konzept 3 Lektionen. Die erste und wichtigste davon ist die Atmung. Dabei atmet man im Wesentlichen 30 bis 40 Mal tief in den Bauch ein und wieder aus. Das Ganze soll schnell, aber nicht hektisch passieren. Unmittelbar nach der letzten Ausatmung hält man die Luft so lange an, wie es sich für einen selbst gut anfühlt. Darauf folgt eine tiefe und entspannte Einatmung. Das Kinn wird dabei auf die Brust abgesenkt und die inhalierte Luft für ungefähr 15 Sekunden gehalten. Dieser Vorgang wird 3 Mal wiederholt. 

Durch das schnelle und tiefe Einatmen, wird der Körper maximal mit Sauerstoff versorgt und CO2 wird ausgeleitet, Blutdruck und Körpertemperatur steigen, der Herzschlag erhöht sich und die Blutgefäße ziehen sich zusammen außerdem wird der Energie- und Sauerstoffverbrauch massiv erhöht. Allerdings sollte man sich langsam an die Atemtechnik herantasten, da es am Beginn zu Schwindel oder Unwohlsein kommen kann, wenn der Körper nicht ausreichend vorbereitet ist.

Auf die Atmung folgt die Kältetherapie. Auch hier ist es extrem wichtig, den Körper langsam an den Reiz zu gewöhnen. Wim Hof selbst weist auf das Risiko der Unterkühlung hin, wenn Ungeübte allzu eifrig mit einem Bad im eiskalten Bergsee starten. Stattdessen macht es Sinn, sich anfangs unter der Dusche mit immer länger werdenden Etappen an die Kälte zu gewöhnen. Zu Beginn reichen 20 bis 30 Sekunden aus. Das kalte Wasser sollte langsam von unten nach oben eingesetzt werden, bis man vollständig unter der kalten Dusche steht. Erst wenn eine Dauer von 2 bis 3 Minuten kein Problem mehr darstellt, sollte man den nächsten Schritt setzen und sich eine Möglichkeit suchen, komplett in das kalte Wasser einzutauchen. Zu Beginn z.B. in einer Badewanne, die man später auch zusätzlich mit Eis füllen kann. Ein Kältebad in der Natur hat natürlich einen besonderen Reiz, allerdings sollte man hierbei nie alleine sein und keine Risiken eingehen.

Der letzte Punkt der Wim Hof Methode ist die Meditation bzw. Konzentration, die dafür sorgt, den Körper während der extremen „Belastung“ durch die Kälte im inneren Gleichgewicht zu halten. Zur mentalen Stärke, die bei der Kältetherapie eine wesentliche Rolle spielt, zählt auch die Verpflichtung zur Disziplin. Denn der Körper kann keine Anpassungsleistung vollziehen, wenn Atemtechnik und Kältetraining nicht kontinuierlich praktiziert werden. Die beste Zeit um Wim Hofs Methode auszuprobieren, ist naturgemäß der Sommer bzw. die warme Jahreszeit. Überwindung ist natürlich immer dabei, die unzähligen positiven Erfahrungsberichte und Studien sprechen aber für sich und legen nahe, dass es sich auf jeden Fall auszahlt, der Lehre des „Ice Man“ eine Chance zu geben.

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Lifeset Redaktion

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