Für viele sportliche Menschen versteht es sich von selbst, dass sie sowohl Kraft als auch Ausdauer trainieren. Was häufig vergessen, oder zumindest mit weit weniger Enthusiasmus betrieben wird, ist Beweglichkeitstraining. Dabei ist Beweglichkeit ein essentieller Faktor umfassender Fitness und spielt auch im Alltag eine enorme Rolle. Immerhin entscheidet sie, ob uns körperliche Tätigkeiten schwer oder leicht fallen, hat einen großen Stellenwert bei der Vermeidung von Verletzungen und beeinflusst ganz allgemein unser Wohlbefinden. Denn auch klassische Leiden, wie Rücken- oder Gelenksschmerzen treten oft als Folge von Beweglichkeitsdefiziten auf. Wir haben uns mit dem Thema Beweglichkeit und Beweglichkeitstraining auseinandergesetzt und die Ergebnisse in diesem Artikel zusammengefasst.

Warum ist Beweglichkeit wichtig

Grundsätzlich sind alle Menschen beweglich. Wer jedoch seine Flexibilität nicht trainiert, kann viel davon einbüßen was zu erheblichen Problemen im Alltag führen kann. Zugegeben, die Frage wie beweglich jemand ist, hängt auch von genetischen Faktoren ab. Doch mit ein wenig Training können auch eher „steife“ Menschen etwas für ihre Beweglichkeit tun. Eine große Rolle spielt neben der Genetik auch die Beschaffenheit des Bindegewebes (Fasziengewebes). Faszien bestehen aus Kollagenfasern, Wasser und Bindegewebszellen und umgeben unseren gesamten Körper. Damit wir uns uneingeschränkt bewegen können, benötigen wir genügend Elastizität im Muskel- UND Fasziengewebe.

Doch warum ist Beweglichkeit überhaupt so wichtig? Wenn ein Muskel eine Verminderung seiner Dehnfähigkeit erleidet, sprechen wir im allgemeinen Sprachgebrauch von „Verkürzungen“. Sie entstehen mit zunehmendem Alter durch degenerative Prozesse, durch Krafttraining das nicht mit Flexibilitätsübungen kombiniert wird oder schlichtweg durch zu wenig Beanspruchung. Die Folge können Dysbalancen, Fehlhaltungen und auch Entzünden von Muskeln und Sehnen sein. Hinzu kommt, dass gewisse Bewegungsabläufe schlichtweg nicht im vollen Bewegungsumfang ausgeführt werden können, wenn Muskeln verkürzt sind. Das behindert uns nicht nur im Alltag, sondern auch bei jeder sportlichen Aktivität.

Flexibilität vs. Mobilität – wo liegt der Unterschied?

Wenn wir von Beweglichkeit (Flexibilität) sprechen, setzen wir das oft mit Mobilität gleich. Doch zwischen den beiden Begriffen gibt es einen Unterschied. Mit Flexibilität meinen wir die Fähigkeit der – die Gelenke umspannenden – Sehnen, Kapseln, Bänder und Muskeln sich in einem gewissen Bewegungsradius in die Länge zu ziehen. Die Bewegung, die hier vollzogen wird, ist passiv und wird ohne Muskelkraft ausgeführt (klassisches, statisches Dehnen). Mobilität hingegen meint die aktive Beweglichkeit eines Gelenks, die durch Arbeit der Muskeln erreicht wird. Grundsätzlich gilt: Mobilität plus Flexibilität ist gleich volle Beweglichkeit.

Wie kann ich meine Beweglichkeit erhöhen

Der Mensch hat sein Höchstmaß an Beweglichkeit bereits im Alter von etwa 10 bis 12 Jahren erreicht. Mit zunehmendem Alter nimmt die Beweglichkeit nach und nach ab. Die gute Nachricht ist jedoch: Jeder kann durch regelmäßiges Training dazu beitragen, bis ins hohe Alter geschmeidig und beweglich zu bleiben. Ein umfassendes Beweglichkeitstraining umfasst dabei Übungen aus folgenden drei Bereichen:

Dehnen (Stretching)

Statisches Dehnen ist eine der meist verbreitetsten Methoden zur Erhöhung der Beweglichkeit. Beim Streching werden Muskeln besser durchblutet und optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dadurch hilft es nicht nur gegen „Verkürzungen“, sondern beeinflusst auch die Regeneration und Leistungsfähigkeit unserer Muskeln. Man unterscheidet klassischerweise zwischen statischem und dynamischem Streching. Bei ersterem wird eine Dehnposition für mindestens 30 Sekunden gehalten, bei zweiterem erfolgt die Dehnung durch eine sanft federnde Bewegungsausführung. Statisches Stretching sollte nur in aufgewärmtem Zustand bzw. nach dem Sport ausgeführt werden, die dynamische Variante eignet sich gut als Warm Up oder Ergänzung zum statischen Dehnen. Wer seine Muskeln häufig dehnt, macht sie übrigens nicht länger, sondern einfach nur flexibler. Das Gewebe lässt sich also durch jede Strechingeinheit leichter in die Länge ziehen, kehrt aber danach wieder in seine Ausgangsform zurück.


Mobility Training

Mobilisationsübungen haben immer einen ganzheitlichen Ansatz und sprechen alle Muskelgruppen an. Mobility Training steigert nicht nur unsere Beweglichkeit, sondern hilft uns auch muskuläre Dysbalancen auszugleichen. Und das ist der springende Punkt, denn nur wenn Muskeln in ihrem vollen Bewegungsradius beansprucht werden, können sie maximale Leistung bringen. Daher spielt Mobility bei jedem Training eine wichtige Rolle und sollte Teil eines jeden Trainingsplans sein.


Faszientraining

In den letzten Jahren waren Faszien DAS Thema in der sportwissenschaftlichen Forschung. Ihre Bedeutung für einen schmerzfreien, fitten und beweglichen Körper ist heute unumstritten. Faszientraining ist sehr vielseitig und bietet jede Menge Möglichkeiten. Zu einer der verbreitetsten Methoden gehört das Training mit Faszienrollen und –bällen. Aber auch mit Faszien Yoga und bestimmten Übungen, die in der Regel aus federnden Bewegungen bestehen, lässt sich unser Fasziengewebe geschmeidig halten.

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Martin Kowarik

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Es ist eine Frage die Menschen rund um unseren Erdball beschäftigt: Gibt es ein Rezept für ein gesundes, glückliches und vitales Leben?

Wir wissen heute, dass gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein positiver Mindset uns diesem Ziel näherbringen. Aber ist das wirklich schon alles? Wir sind überzeugt, dass Bewegung, Ernährung, Psyche und Regeneration ineinandergreifen und in ihrer Gesamtheit ihr volles Potential entfalten.

Nur wenn sich diese Faktoren im Gleichgewicht befinden, können wir stark, ausgeglichen und widerstandsfähig sein.

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