Wenn wir von Achtsamkeit sprechen, dann meinen wir damit im alltäglichen Sprachgebrauch meistens, einen Zustand der Vorsicht, im Sinne von „achtgeben“. Doch Achtsamkeit hat auch eine darüber hinaus gehende Bedeutung. Abgeleitet von der entsprechenden englischen Bezeichnung „Mindfulness“, stellt die Achtsamkeit in diesem Kontext ein traditionelles Konzept aus dem Buddhismus dar, mit dem sich in den letzten Jahren verstärkt Menschen in beratenden Tätigkeiten, Mediziner und Wissenschaftler befassen. Was genau mit Achtsamkeit in diesem Zusammenhang gemeint ist und wie sie uns helfen kann, unser Leben positiv zu beeinflussen, haben wir im folgenden Beitrag zusammengefasst.

Was ist Achtsamkeit?

Das Prinzip der Achtsamkeit beschreibt die Lehre, die es uns ermöglicht, unsere Gedanken und Emotionen zu fokussieren und auf das Hier und Jetzt zu lenken. Ebenso geht es darum, Situationen frei von Bewertungen und Interpretationen wahrzunehmen und einfach zu „erleben“. Wer achtsam ist, konzentriert sich auf gegenwärtige Geschehnisse, lässt diese auf sich wirken indem er sie bewusst beobachtet und anerkennt ohne aber sofort auf sie zu reagieren. Stattdessen versuchen achtsame Menschen ein Gefühl dafür zu entwickeln, was das Erlebte in ihnen auslöst und wie sie wertfrei damit umgehen könne. Wichtig ist dafür auch die Fähigkeit, offen für den Moment zu sein und Emotionen die z.B. durch Erinnerungen ausgelöst werden außen vor zu lassen.

Das Konzept der Achtsamkeit stammt ursprünglich aus der Mahayana-buddhistischen Praktik „Sati“, die wiederum aus der Mahayana-buddhistischen Lehre Chan stammt (in westlichen Ländern besser bekannt als Zen, dem japanischen Namen der ursprünglich chinesischen Lehre). Erreicht werden kann Sati bzw. der Zustand der Achtsamkeit traditionellerweise durch Meditation. Als Teil der Chan- bzw. Zen-Lehre, entstand das Prinzip der durch Meditation erlernten Achtsamkeit spätestens im 5. bis 7. Jahrhundert n.Chr. in China, möglicherweise auch noch früher. Die Lehre verbreitete sich in den nachfolgenden Jahrhunderten in ganz Ostasien sowie Südostasien, wo sie einer der zentralen Bestandteile der vielen verschiedenen buddhistischen Strömungen wurde.

Achtsamkeit im modernen Leben

In den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten lieferten zahlreiche Studien Indizien dafür, dass eine achtsame Lebensweise Stress, Ängste und Depressionen signifikant lindern kann. Auch bei verschiedenen Schmerzuständen, Essstörungen, ADHS, schweren Persönlichkeitsstörungen u.v.m. hat Achtsamkeitstraining in der modernen Medizin längst einen fixen Platz. Das Konzept der Achtsamkeit ist aber nicht nur für Menschen mit Erkrankungen nützlich, sondern ganz grundlegend für jeden von uns. In unserer schnelllebigen und von Stress geprägten Zeit, kann eine bewusst achtsame Lebensweise dazu beitragen, resilienter gegenüber dem Druck des Alltags zu werden, den „Autopilot-Modus“ zu reduzieren, mit dem wir uns oft durch den Tag bewegen und generell eine positive und optimistische Grundeinstellung zu erlangen.

Aber wie funktioniert das nun konkret mit der Achtsamkeit? Vermutlich können sich die wenigsten vorstellen, von nun an täglich stundenlang zu meditieren. Die gute Nachricht ist, das ist auch überhaupt nicht notwendig. Achtsamkeitstraining lässt sich bereits mit wenig Aufwand und völlig unbemerkt in den Alltag integrieren und wer sich darauf einlässt, wird erstaunt feststellen, wie bereichernd es sich auswirkt.

Anwendung der Achtsamkeit im Alltag

Wie bereits erwähnt, geht es bei der Achtsamkeit um die bewusste Wahrnehmung einer Situation. Wann immer es uns möglich ist, sollten wir also versuchen unsere Gedanken auf das Hier und Jetzt zu lenken. Das kann zum Beispiel während des Essens passieren, indem wir uns auf den Geschmack, den Geruch, die Konsistenz etc. der Nahrung konzentrieren, die wir gerade zu uns nehmen. Gerade hier neigen wir oft dazu, uns völlig von unseren Gedanken, unserer Umwelt und tausend anderen Tätigkeiten ablenken zu lassen. Wir essen „nebenbei“, während wir arbeiten, fernsehen, Auto fahren, unser Smartphone nutzen usw. Am Ende der Mahlzeit, wissen wir oft nicht einmal wie das, was wir gerade gegessen haben geschmeckt hat. Aber nicht nur beim Essen können wir Achtsamkeit ganz einfach trainieren. Auch in anderen alltäglichen Situationen wie Gesprächen oder wenn wir uns draußen bewegen. Es ist dabei völlig egal ob wir im Wald spazieren gehen oder in der U-Bahn sitzen. Die Umgebung bewusst wahrnehmen, kann man dort wie da. Zum Achtsamkeitstraining gehört auch, dass wir auch in vermeintlich unangenehmen Situationen versuchen, nicht zu werten oder zu interpretieren, sondern einfach zu „erleben“.

Durch die aktive, neutrale und bewusste Auseinandersetzung mit der Gegenwart und unserem unmittelbaren Umfeld, erleben wir alles um uns herum intensiver, wir erhöhen unsere Selbstwahrnehmung, erkennen unsere Bedürfnisse besser und können diese entsprechend besser befriedigen. All diese Dinge helfen uns dabei, weniger Zeit im Autopilot-Modus zu verbringen. Öfter mentale Pausen einzulegen und stärken so langfristig unsere Psyche. Es lohnt sich also auf jeden Fall, der achtsamen Lebensweise eine Chance zu geben und dadurch wieder positive Energie im stressigen Alltag zu tanken.

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Birgit Lang

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